Indogermanische sprache


31.12.2020 06:14
Indogermanische Sprachen - Lehrstuhl fr vergleichende
und vollstndiger im Linguistischen. Daneben wird nur die Anatolien-Theorie des Briten Colin Renfrew ernsthaft diskutiert. Die Zahl der indoeuropischen Erbwrter betrgt nur noch 400 bis 500, und sie sind bis zur Unkenntlichkeit gewandelt. Zudem gebe es wirklich sehr gute archologische Belege, die auf einen Ursprung der Sprachfamilie in der russischen Steppe hindeuteten. Datiert) und des vlligen Mangels an schriftlichen berlieferungen problematisch ist. Ihre Verbreitung ber Europa und Asien soll dieser These zufolge vor etwa 50 Jahren begonnen haben. Kognate sind Wrter, die sich aus einem gemeinsamen Ursprungsbegriff entwickelt haben, wie etwa die Begriffe Mutter, mother und madre. Es gibt Forscher, die mit guten Argumenten von einem nicht geringen Anteil semitischer Substratwrter im Germanischen ausgehen.

Die alten Sprachen verschwinden aber oft nicht ganz, sondern hinterlassen so genannte Substrate in den indogermanischen Sprachen besonders dann, wenn sie etwas bezeichnen, das die Eroberer von den Eroberten gelernt haben. Wo allerdings die erste indoeuropische Sprache erklang, ist uerst umstritten. Wenn in archologischen Ausgrabungssttten in zuvor pferdelosen Gebieten ab einer bestimmten Zeit solche Artefakte, beispielsweise Zepter mit Pferdekpfen, auftauchen, knnte das bedeuten, dass indogermanische Eroberer sich als Herrschaftseliten ber die vor-indoeuropische Bevlkerung aufgeschwungen haben. Auch lateinisch vulgus und Deutsch, volk haben nichts miteinander zu tun. Die  Vorgeschichte bekannter Ereignisse der Zeitpunkt des ersten Nachweises einer toten Sprache sowie Ereignisse, die sich aus archologischen Befunden oder historischen Belegen schlieen lassen,  werden verwendet, um den abgeleiteten Sprachfamilienstammbaum auf den Zeitaspekt zu kalibrieren. Diese seien von Atkinson und seinem Team ebenfalls nicht bercksichtigt worden.

Der amerikanische Archologe David Anthony vom Hartwick College in Oneonta, Staat New York, moniert ebenfalls in Science beispielsweise, dass sich die Wissenschaftler lediglich auf Wrter konzentriert htten und Sprachstruktur, Grammatik und hnliches ignorierten. Sie mssen es dann aber vom. Zur indogermanischen Sprachfamilie gehren alle Weltsprachen auer dem Chinesischen und Arabischen. Prominente Beispiele fr solche bernahmen seien metallon, denn die Metallverarbeitungstechnologie wurde nach neuerer Lehrmeinung um 5400. Ltere Annahmen, wonach die Urheimat in Mitteleuropa liege (was natrlich den Nazis gefiel) oder im Kaukasus zu verorten sei, vertreten blo noch Auenseiter.

Selbst die ltesten uns bekannten Sprachen sind also Sptlinge einer langen Entwicklung, die in Afrika begann. Indogermanen domestizierten das Pferd hneln sich etwa die Wrter fr Pferd, Pflug, Rad, Achse, Deichsel, Wagen und Joch in den ltesten berlieferten indogermanischen Sprachen, beispielsweise dem altindischen Sanskrit, dem Altgriechischen, dem Hethitischen (dessen Sprecher im heutigen Anatolien ansssig waren dem. In diesem Fall htte die Ursprache zusammen mit der Landwirtschaft ihren Siegeszug ber Europa und Asien angetreten. Sie kamen aus der Steppen oder aus Anatolien. In Ruinenstdten in westchinesischen Taklamakan-Wste fand man Schriften in Tocharisch - einer sehr alten, lngst untergegangenen Sprache der indogermanischen Familie Quelle: Flickr Vision/Dommergues/Getty Anzeige Zuletzt haben der groe amerikanische Linguist Joseph Greenberg und einige seiner Schler eine eurasiatische Sprachfamilie propagiert.

Von dort hat sie sich vor ungefhr.000 Jahren mit der aufblhenden Landwirtschaft ber Asien und Europa ausgebreitet. Die Indogermanen brauchten in ihrer Binnensteppe logischerweise kein Wort fr Meer, sie nahmen die Bezeichnungen fr die groen Gewsser, die sie in Westeuropa, im Iran, in Indien oder eben in gis erreichten, von den Einheimischen. Die Ur-Indogermanen kannten in der Frhzeit nur zwei grammatische Geschlechter: Ein Genus commune, also eine Art Unisex-Form statt unseres Maskulinum und Femininum, und ein Neutrum. Anzeige, die Idee, dass drei Milliarden heute lebende Menschen 300 Muttersprachen sprechen, die sich aus dem Idiom von Nomaden im Gebiet nrdlich des kaspischen Meeres entwickelt haben, fasziniert. Haarmann propagiert dezent, aber unbersehbar die von Fachkollegen durchaus bezweifelte Hypothese, wonach es eine alteuropische Zivilisation geben habe (von ihm in anderen Publikationen auch Donau-Zivilisation genannt die es im Grad der Entwicklung mit den frhen Hochkulturen des Nahen Ostens aufnehmen konnte.

Es gibt vor allem zwei groe Lager, die sich gegenseitig heftig bekmpfen: Das erste vermutet den Ursprung in der russischen Steppe nrdlich des kaspischen Meers, wo die Sprache von halbnomadisch lebenden Reitervlkern gesprochen worden sein soll. Mittlerweile neigt die Mehrheit aller Wissenschaftler Gimbutas Kurgan-Hypothese. Hethitisch ist die lteste schriftlich berlieferte indogermanische Sprache Quelle: picture alliance / akg-images Die Bcher von Kausen und Haarmann ergnzen sich gut, weil sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Interessant werden Bcher oft gerade dort, wo sie mit gebotener wissenschaftlicher Distanz auch Abseitiges und Umstrittenes mitteilen. Ein Albtraum fr Menschen, die glauben, sie wren Arier, fr alle anderen eine sehr schne palolinguistische Pointe. Zwei streitbare Lager, heute sprechen etwa drei Milliarden Menschen eine der indoeuropischen Sprachen, zu deren Hauptzweigen die keltischen, die germanischen, die italischen sowie die balto-slawischen und die indo-iranischen Sprachen gehren. Den Nachweis dafr liefert die linguistische Palontologie: Bestimmte Wrter, die im Zusammenhang mit der Technik von Radfahrzeugen benutzt werden, finden sich  in allen Zweigen der indogermanischen Sprachfamilie wider.

Die andere, nach der die Sprachfamilie ursprnglich aus der russischen Steppe stammt, erscheine nach den Daten der aktuellen Analyse als uerst unwahrscheinlich, sagt Studienleiter Quentin Atkinson von der University of Auckland. Mehrheitlich vertritt die historische Sprachwissenschaft die Auffassung, die indogermanische Sprachfamilie sei vor rund 6000 Jahren in der pontischen Steppe in der heutigen Ukraine entstanden. Sprachlich drckten sie also nicht den Gegensatz mnnlich/weiblich aus, sondern nur den zwischen Belebtem und Unbelebtem. Die indogermanischen Sprachen einschlielich des Deutschen wren nach all diesen auf Indizien gesttzten Spekulationen mal mit Koreanisch, Japanisch und den Turksprachen urverwandt, mal mit den Semitischen Sprachen. Auch das Haus-Wort boko westliche Bildung im Namen der berchtigten Terrorsekte Boko Haram hat nichts mit dem englischen book zu tun, obwohl die angelschsische Sprachwissenschaft das lange glaubte. Ein Keilschrifttafel mit althethitischer Inschrift aus dem. Die in dieser Woche in der.

Ernst Kausen: Die indogermanischen Sprachen, Buske-Verlag, 68 Euro Harald Haarmann: Auf den Spuren der Indoeuroper, Verlag. Das reicht von einer knappen Skizze des Slowinzischen einer besonders archaischen slawischen Sprache, die nur von einer winzigen Gruppe Protestanten in zehn Drfern an den Seen Leba und Gardno gesprochen wurde, ber kurze systematischen Darstellungen vieler Grosprachen wie Spanisch. Seit Holger Pedersen hat es immer wieder Versuche gegeben Verwandtschaftsbeziehungen des Indogermanischen mit andereren Sprachfamilien nachzuweisen, was angesichts des Alters der angenommenen Ursprache (sie wird.000. Schon in vorchristlicher Zeit erstreckte sich das indogermanische Gebiet vom uersten Westen Europas bis nach Indien. Im Laufe der Zeit nahmen dann die Unterjochten die prestigetrchtigere Sprache ihrer Herren an, so die Theorie. Syntax und der Semantik bis hin zur.

Vllig haltlos sind solche Theorien nicht. Anzeige (Science, ILB). Indo-European Lexical Cognacy Database (IELex die von der Gruppe, evolutionary Processes in Language and Culture am Max-Planck-Institut fr Psycholinguistik entwickelt wurde. Die litauisch-amerikanische Archologin Marija Gimbutas glaubte schon in den Fnfzigerjahren, die Erbauer der in dieser Weltgegend vorkommenden Jahrtausende alten Hgelgrber, die Kurgane genannt wurden, seien die ersten Indogermanen gewesen. Wissenschaftler knnen trotz solcher Schwierigkeiten Zufallshnlichkeiten von genetisch begrndeten Wortgleichheiten unterscheiden. Durch die Kolonisation Amerikas, Australiens, Afrikas und Sibiriens haben sich die Sprachen weiter auf allen Kontinenten ausgebreitet.

Den Forschungsstand fassen nun neue Bcher zusammen, die von zwei der grten deutschen Autoritten auf dem Gebiet der frhen Sprachgeschichte und der linguistischen Verwandtschaftsbeziehungen verfasst wurden: Ernst Kausen und Harald Haarmann. Allerdings gibt es auch Kritik an der Studie. Im vorindoeuropischen Europa erfunden, aber auch thalassa, Meer. Dabei darf man sich nicht von zufllig hnlichen Wrtern tuschen lassen. Vorlesen, ein internationales Forscherteam hat die Heimat der indoeuropischen hufig auch indogermanisch genannten Sprachen identifiziert: Die riesige Sprachfamilie mit heute etwa 400 Sprachen stammt ursprnglich aus Anatolien in der heutigen Trkei. Und man wei heute auch viel mehr ber die frhen Indoeuroper und die indoeuropischen Sprachen als noch vor einigen Jahrzehnten. Und der von Haarmann ausgiebig zitierte Hollndische Palo-Linguist Robert Stephen Paul Beekes geht davon aus, dass sich im Altgriechischen zahlreiche Lehnwrter der Pelasger finden so nannten die aus dem Norden einwandernden Griechen selbst die nicht-indogermanische alteuropische Urbevlkerung. Und Kausen referiert mit einiger Sympathie die Theorien, die eine ursprngliche Verwandtschaft des Indogermanischen mit anderen Sprachfamilien annehmen. Mnnliche Anfhrer auf Pferden, die Mehrheit aller Forscher geht heute davon aus, dass sich das grammatische Femininum erst am Ende der gemeinsprachlichen Zeit entwickelt habe, kurz bevor das Proto-Indogermanische sich sptestens vor 4500 Jahren in verschiedene Sprachen aufzuspalten begann.

Jahrtausend vor Chr.) und Zugtier fr Wagen und Pflug (ab dem. Ein groes internationales Team, zu dem auch Max-Planck-Wissenschaftler Michael Dunn zhlt, hat jetzt die Ergebnisse einer innovativen phylogeographischen Bayes-Analyse sprachlicher und rumlicher Daten von indogermanischen Sprachen vorgelegt. Man kann aber beweisen, dass das nicht so ist. Welcher Laie wrde etwa im armenischen erku die indogermanische Wortwurzel duo zwei erkennen? Das Fehlen einer sollte aber nicht mit einer geschlechtergerechten Sprache verwechselt werden. Die Abwesenheit des Femininums war wohl eher Ausdruck der Geringschtzung der Frau: Die ur-indogermanische Kultur war von mnnlichen Anfhrern beherrscht, whrend ihre Vorgngerkultur in Europa als matriachalisch und egalitr gilt. Dort fand man auch hellhutige und blonde uralte Mumien. Nach und nach die dravidische Urbevlkerung des ganzen Subkontinents untertan machen. Doch auch im vorliegenden Fall fhrte es zu einer sehr klaren Tendenz: Die mglichen Stammbume verorteten die Ursprache in der berwltigenden Mehrheit der Flle in Anatolien und datierten sie zudem auf eine Zeit weit vor der in der Steppentheorie angenommenen Entstehungszeit. Dieses Ergebnis strkt eine der beiden gngigen Theorien zum Ursprung der indoeuropischen Sprachen.

Neue artikel